100 Jahre Hauskrankenpflegeverein Rosenheim e. V.

Mit einem Gottesdienst und einer Feststunde mit über 200 Gästen feierte der Hauskrankenpflegeverein (HPKV) gestern sein 100-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt von Predigt und Reden stand die christliche Nächstenliebe, die Handeln und Denken der gemeinnützigen Einrichtung prägt.

Tausende Kranke hat der Hauskrankenpflegeverein Rosenheim in den vergangenen 100 Jahren gepflegt und betreut. Der Aufgabenbereich wurde ständig größer. Derzeit liegen die Schwerpunkte in den Bereichen häusliche Kranken- und Altenpflege, ambulante Grundpflege, hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuung bei Demenz-Erkrankung. Die Klienten-Kartei zählt über 100 Personen. Betreut und versorgt werden sie von 21 weltlichen Pflegekräften und drei rumänischen Franziskanerinnen, die im Haus an der Freiherr-vom-Stein Straße leben.

Der finanzielle Spielraum ist seit Jahren eng. Überleben kann der Verein nur durch die großen Spendenbereitschaft der Rosenheimer Bürger, der Beiträge der 1067 Mitglieder und hohem ehrenamtlichen Engagement.

Dieses Engagement würdigte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer bei ihrer Festrede im Pfarr- und Bildungszentrum. "Wie arm wäre Rosenheim, wenn Initiativen wie der Hauskrankenpflegeverein das soziale Leben nicht bereichern würden?", sagte sie.

Pflege sei nicht denkbar ohne eine zutiefst humane Einstellung der Pflegeperson zu den ihm anvertrauten Menschen.

Wie wertvoll Pflegetätigkeit ist, stellte auch Pfarrer Andreas Maria Zach in den Mittelpunkt seiner Predigt beim Festgottesdienst in der Kirche St. Nikolaus. Zach zollte weltlichen und kirchlichen Schwestern des Hauskrankenpflegevereins hohe Anerkennung und Respekt. Möglich sei dieser oftmals auch sehr schwere Dienst nur durch große Liebe und Hingabe.

Gegründet wurde der Verein im Jahr 1914 von Pfarrer Franz Xaver Geßl, Bürgermeister Hofrat Josef Wüst und anderen renommierten Persönlichkeiten.

"Der Hauskrankenpflegeverein kann nicht das häusliche Pflegeproblem in der ganzen Stadt Rosenheim lösen", weiß Michael Kleeberger, der seit 13 Jahren Vorsitzender ist. Für ihn steht aber auch fest: "Wir leisten trotzdem einen entscheidenden Beitrag, kranken und alten Menschen und ihren Angehörigen Hilfe und Beistand zu bringen."

Mit Schwester Agnella und Schwester Ulrike verabschiedeten sich im Jahr 2011 die letzten Franziskus-Schwestern vom HPKV. Die beiden waren zusammen mit der Generaloberin der St. Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen, Schwester Regina Pröls, ebenso vertreten wie die Provinzoberin aus Rumänien, Schwester Regina Birou, die eigens von Bukarest eingeflogen war. Mit dabei hatte sie eine große Kerze, die sie bei der Feierstunde an Michael Kleeberger überreichte. "Die Kerze soll dem Hauskrankenpflegeverein und Rosenheim weiter Wärme und Hoffnung geben", wünschte sie.